Was die Verwaltung bewegt.

09.04.2019

Digitaler Wandel beginnt in den Köpfen

Cassini Consulting war am 2./3. April 2019 auf dem Kongress „Digitaler Staat“ in Berlin vertreten

Am 2. und 3. April fand der Kongress „Digitaler Staat“ mit über 1.500 Teilnehmern aus Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft im Berliner Premierenkino KOSMOS statt.

Den Auftakt machte auch in diesem Jahr Staatsministerin Dorothee Bär. In ihrer Key-Note warb sie eindringlich dafür, nicht Gesetze und Verordnungen, sondern die Bedürfnisse der Bürger in den Mittelpunkt zu stellen. Dabei berichtete sie auch von den Digitalisierungslaboren zur Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes (OZG), deren Einrichtung sie als eine der wichtigsten Maßnahmen in ihrer bisherigen Amtszeit bezeichnete. In diesen Laboren arbeiten interdisziplinäre Teams an der Digitalisierung von Verwaltungsleistungen und beziehen dabei vor allem Nutzerfeedback ein. Bis 2022 sollen auf diesem Wege 575 Verwaltungsleistungen digital abgebildet werden. Bereits im Herbst 2018 wurde dazu eine Beta-Version des neuen Verwaltungsportals des Bundes online geschaltet.

Michael Seipel, Senior Partner bei Cassini, begrüßte diese Entwicklungen im Gespräch am Messestand sehr: „An der Bereitschaft, eine Beta-Version live zu schalten, erkennt man den einsetzenden Kulturwandel in der öffentlichen Verwaltung hin zu mehr Experimentierfreude, Nutzerorientierung und offener Fehlerkultur.“

Der Umgang mit Fehlschlägen war ein vielbeachtetes Thema beim diesjährigen Kongress. So klang der Abend mit der „Nacht des Scheiterns“ aus. Horst Westerfeld, Staatssekretär a.D., sprach mit seinen Gästen über gescheiterte Projekte der öffentlichen Verwaltung und die daraus gezogenen Lehren. 

Cassini diskutierte über Smart City und Netze des Bundes

Auch im Fachprogramm Daseinsvorsorge ging es um Fehlerkultur. Jörg Zimmer, Senior Consultant bei Cassini zeigte in seinem Impulsvortrag auf, dass Smart City Innovationen als günstige MVPs verprobt werden können, da sie üblicherweise keinen verwaltungsrechtlichen Formvorschriften unterliegen. „Nicht die Rechtskonformität, sondern das Nutzerbedürfnis muss im Vordergrund stehen,“ so Zimmer. Dazu skizzierte er ein iteratives Vorgehen und schlug vor, mittels E-Partizipation Nutzerfeedback einzuholen. Anschließend diskutierte er mit Thomas Bönig, CDO/CIO der Landeshauptstadt München, Dr. Mario Hesse, Kompetenzzentrum für kommunale Infrastruktur Sachsen (KOMKIS) und Markus Deutsch, Director bei KPMG über „Smart City und Smart Country – Deutschland auf dem Weg ins digitale Zeitalter“. Es moderierte Dr. Stefan Ostrau, Leiter Fachbereich Digitalisierung im Kreis Lippe.

Cassini brachte sich auch beim Thema „Netze des Bundes“ in die Diskussion ein. Unter der Moderation von Uwe Proll, dem Herausgeber des Behörden Spiegels, sprach Onnen Godow, Management Consultant bei Cassini, mit Andreas Gegenfurtner, Präsident der Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BDBOS), Dr. Gerhard Schabhüser, Vizepräsident des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik, Marc Schlingheider, Direktor bei IBM. In seinem Impuls setzte Gegenfurtner drei Schwerpunkte: Sicherheit, Sicherheit, Sicherheit und stieß damit vor allem beim BSI-Vizepräsident Schabhüser auf Zustimmung. Die Besonderheit der BDBOS als rechtsfähige Anstalt des öffentlichen Rechts wurde hervorgehoben. Onnen Godow unterstrich den besonderen Nutzen des Eigenbetriebs der Netze und der damit einhergehenden Kontrolle der kritischen Netzinfrastrukturen durch den Bund. Ferner hob Godow die Wichtigkeit von 5G hervor, die eine wesentliche Flexibilisierung der Bereitstellung von Netzinfrastrukturen bedeute.

Zur InstaStory von BDBOS: https://www.instagram.com/stories/highlights/18050695486037206/?hl=de

Auch in diesem Jahr war der Kongress ein perfekter Rahmen zum Netzwerken und für den fachlichen Austausch. Es wurden wichtige Impulse gesetzt und für die Teilnehmer war eine regelrechte Aufbruchsstimmung zu verspüren. Es überwog die Offenheit für einen Kulturwandel im Zuge der Digitalisierung, um zu den internationalen Vorreitern aufzuschließen. Cassini Consulting dankt dem Behörden Spiegel für die gelungene und hervorragend organisierte Veranstaltung.

Bereits vom 27. bis 29. Mai steht mit dem 7. Zukunftskongress - Staat & Verwaltung die nächste Konferenz zur Verwaltungsdigitalisierung an. Auch hier wird Cassini wieder an mehreren Fachpanels aktiv mitwirken und damit als Partner für die digitale Zukunft auftreten. Wir freuen uns auf den Austausch.