Zukunftskongress 2017
Gemeinsam Wandel gestalten.

SLYFT als Schlüsseltechnologie für vernetzte Städte und öffentliche Räume

Das Internet der Dinge kommt und mit ihm verändern sich Wirtschaft und Gesellschaft. Gleich zu Beginn seines Vortrages präsentierte Andreas Schmidt Fakten und Indizes, die aufzeigen, welch enormes Marktpotenzial mit dem Thema Internet der Dinge mit anhaltend hoher Geschwindigkeit auf Wirtschaft und Gesellschaft zukommt. So werden nach den Studien der großen Strategiehäuser Bain & Company oder McKinsey die IoT-Umsätze im Jahr 2020 mehr als 470 Milliarden US-Dollar und die jährlichen Wachstumsraten im IoT-Markt über 32 Prozent betragen. Einer IDC-Studie zufolge wird das Thema IoT von ca. 72 Prozent der Unternehmen als sehr wichtig für die nächsten drei Jahre eingestuft. Herr Schmidt veranschaulichte anhand praxisnaher Beispiele aus den Bereichen Smart Home, Smart City oder Smart Agriculture den hohen Durchdringungsgrad von IoT in Wirtschaft und Gesellschaft und die damit einhergehenden substanziellen Veränderungen.

Er machte deutlich, dass es für Anbieter von Platform-, Cloud- oder Backend-Services jetzt gilt, Marktpositionen zu besetzen. Ein späterer Markteinstieg ist beispielsweise wegen der zum Teil sehr langen Produktlebenszeiten schwierig (Beispiel Smart Home: Wärmepumpen: 18–25 Jahre, Flächenheizsysteme: 46 Jahre).

Zeitnahen Markteinstieg mit agiler Softwareentwicklung meistern

Diese hohe Erwartungshaltung stellt die Anbieter vor methodische und technische Herausforderungen. Ansätze der agilen Softwareentwicklung sind Methoden, dieser Erwartungshaltung an Geschwindigkeit und Qualität in der Softwareentwicklung zu begegnen. Andreas Schmidt zeigte auch die Konsequenzen dieser Bewegung anhand namhafter Studien auf: So wird sich laut einer Studie von Vision Mobile/Intel die weltweite Anzahl der IoT-Entwickler von ca. 2,2 Millionen in 2017 auf ca. 4,5 Millionen in 2020 mehr als verdoppeln.

In diesem Zusammenhang machte er deutlich, dass Time-to-Market ein essenzieller Wettbewerbsvorteil ist. Vorteile hat heute, wer schnell erste Ergebnisse (End 2 End) für den Kunden liefern kann. Dazu müssen die Service-Anbieter die gesamte Kette (vom Device bis in die Cloud) beherrschen, das heißt, Device, Anbindung und Plattform müssen aus einer Hand angeboten werden. Das stellt für viele Anbieter, insbesondere für den Anwendungskontext IoT, allerdings eine strategische Herausforderung dar. Der Partner muss einerseits Kompetenzen in der Tiefe – im IoT-Technologiebereich (hier eben auch im Bereich Device und Connectivity) –, aber auch in der Breite aufbauen, damit im Projektfall auch geliefert werden kann. Andererseits muss er einen Weg finden, erste Erfahrungen zu sammeln und dabei Upfront-Investitionen gering zu halten (und dies in einem Umfeld, in dem sehr wenige, professionelle Ressourcen zu finden sind).

SLYFT von „ThingForward“ macht bestehende Technologien schnell IoT-fähig

Der Schlüssel liegt darin, bestehende Methoden, Systeme und Menschen, Technologien und Prozesse des Partners schnell IoT-fähig zu machen. Das Cassini-Start-up „ThingForward“ vertritt genau diese Mission: „Geschwindigkeit, Flexibilität, Qualität, Technologie und Menschen aus dem Web in das Internet der Dinge zu bringen.“

Mit dem Produkt The Service Layer For Things (SLYFT) hat ThingForward ein operatives Werkzeug geschaffen, dass es Entwicklern ermöglicht, den Herausforderungen einer heterogenen Technologie- und Standardlandschaft zu begegnen, um schnell hochqualitative IoT-Lösungen entwickeln zu können. So ist es beispielsweise möglich, verschiedene Protokolle und Datenformate so weit zu reduzieren, um auch auf Kleinstgeräten nutzbar zu sein. Auf diese Weise werden Interoperabilitätsprobleme zwischen verschiedenen Devices reduziert.

Speziell für den hohen Nachfragebedarf bei der Entwicklung von IoT-Lösungen bietet ThingForward neben konkreten Entwicklungswerkzeugen, Trainings und Services harmonisiert, mit dem kompetenten Beratungsangebot der Cassini Gruppe, ein Komplettpaket, um Partner in die Lage zu versetzen, bestehende Ressourcen (Menschen, Technologie, Prozesse) für den IoT-Bereich (End 2 End) einzusetzen und der Dynamik dieser gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung zu begegnen.

Expertenrat zum Schluss: „Beginnen Sie mit kleinen Projekten!“

In der abschließenden Diskussion konnte Andreas Schmidt die Anwendbarkeit der ThingForward-Werkzeuge anhand konkreter Kooperationen aufzeigen. So nannte er ein Projekt mit Versicherungsdienstleistungen im Bereich Smart Home für den konkreten Anwendungsfall eines durch Rohrbruch verursachten Wasserschadens. Zudem zeigte er Möglichkeiten auf, wie generellen Datenschutzproblemen mit den ThingForward-Werkzeugen pragmatisch begegnet werden könnte.

Abgerundet wurde die Diskussion von Herrn Schmidt im Hinblick auf das Thema der Blockveranstaltung mit dem Aufruf, auch beim Thema IoT und Open Data zunächst kleine Brötchen zu backen: „Beginnen Sie nicht mit dem großen Knall! Beginnen Sie mit kleinen Projekten! Schaffen Sie in bestimmten Bereichen eine Offenheit der Daten, integrieren Sie diese und analysieren schrittweise, ob und welche Geschäftsmodelle sich daraus ergeben, und ziehen dann die Konsequenzen!“

Referent:
Andreas Schmidt
Management Consultant
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