Zukunftskongress 2017
Gemeinsam Wandel gestalten.

Nationales Waffenregister – föderal, komplex, dynamisch – und erfolgreich!

Ziel der Errichtung des Nationalen Waffenregisters 2013 war die Abbildung des legalen, privaten Waffenbesitzes. Dabei war die erfolgreiche Inbetriebnahme bereits geprägt durch föderale Komplexität. Nun wird in der nächsten Ausbaustufe eine weitere Dimension eingefügt: die Anbindung der Wirtschaftsteilnehmer, also der Waffenhersteller und Waffenhändler, an das Register.

Diese komplexe Ausgangslage wurde noch durch die europäische Dimension ergänzt. Der Ausgangspunkt des Ausbaus bildet die EU-Waffenrichtlinie (91/477/EWG). Diese verpflichtete die Mitgliedstaaten, bis Dezember 2014 ein computergestütztes, zentral oder dezentral eingerichtetes Waffenregister einzuführen und zu betreiben. Diese Vorgabe wurde durch die Änderung der EU-Waffenrichtlinie im Frühjahr 2017 um die besagte Handels- und Herstellungsdimension ergänzt.

Umsetzung schon zwei Jahre vor Ablauf der EU-Frist

Die Erfolgsgeschichte dieses ambitionierten Projekts stellten Vertreter des BMI und der Dienstleister vor: Bereits zwei Jahre vor Ablauf der EU-Frist wurden in einer ersten Ausbaustufe die registerrelevanten Kerninformationen der bundesweit etwa 550 örtlich zuständigen Waffenbehörden strukturiert aufbereitet und in ein einheitliches, nationales, computergestütztes System überführt.

Alle auf dem Podium vertretenen Teilnehmer des Best-Practice-Dialoges waren an dieser herausragenden Leistung beteiligt. Dr. Joachim Sturm als Projektleiter aus dem BMI sprach dabei ganz offen sein Vertrauen in die Leistungsfähigkeit und Kompetenz der beteiligten Dienstleister aus. Dabei blieb insbesondere auch Dr. Florian Theißing, der gegenwärtig federführend die Fachkonzeption des NWR II leitet, nicht unerwähnt.

Herausforderungen zum Trotz: professionelle Durchführung des Projekts

Fazit der Veranstaltung war, wie professionell das Projekt geführt und durchgeführt wird. Ganz offen und unverblümt wurde durch die Teilnehmer angesprochen, welche Herausforderungen in föderalen Strukturen und durch die Einbindung von privatwirtschaftlichen Interessen in ein Großprojekt einfließen können. Konflikte, widerstreitende Interessen und enge Zeitrahmen waren dabei zentrale Brennpunkte.

Letztlich konnte ein jeder Zuhörer eine deutliche Botschaft mitnehmen: Offene Kommunikation und das proaktive Bearbeiten von Konflikten sind in solchen Projekten unersetzlich. Dabei wird deutlich, dass durch die intensive Zusammenarbeit oftmals Grenzen zwischen Dienstleistern und Auftraggeber verschwimmen.

Dr. Florian Theißing
Senior Consultant
public(@)no-spam.cassini.de 

Referenten:

  • Dr. Florian Theißing, Senior Consultant, Cassini Consulting
  • Marc Akkermann, Business Technology, Digital Account Manager Defense & Security, Capgemini Deutschland GmbH
  • Siegfried Fassl, Senior Consultant, SEITENBAU GmbH
  • Dr. Joachim Sturm, Projektleiter NWR, Referatsleiter KM5, Bundesministerium des Innern
  • Marc Zumkley, Director Consulting, ]init[ AG